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Breitbandabsorber

Warum der Teppich ein schlechter Absorber ist: Der Absorptionsgrad und die Macht der Breitbandigkeit

Wer seine Raumakustik beispielsweise im Homestudio, im Wohnzimmer oder im Büro verbessern möchte, denkt intuitiv im ersten Moment richtig: „Ich brauche weiches Material im Raum, das den Schall schluckt.“

Im nächsten Schritt kommt es dann aber darauf an, das richtige Material für den Raum und dessen Nutzung auszuwählen. Problematisch sind nämlich zu dünne Materialien wie Noppen-Schaumstoff, großflächiger Teppich oder dünne Vorhänge. Nach dem Einbringen solcher Materialien in den Raum folgt häufig eine akustische Enttäuschung: Der Nachhall in den hohen Frequenzen ist nun übermäßig bedämpft, aber der Rest des Frequenzspektrums ist noch gar nicht verbessert. Dröhnen im Bassbereich und aufdringlich klingende Mitten dominieren nun das Klangbild im Raum.

Das Problem, das zu dünne Absorber verursachen, lässt sich im frequenzabhängigen Absorptionsgrad von Schallabsorbern finden. In diesem Beitrag erfährst du, was das bedeutet und warum breitbandige Absorption der entscheidende Faktor für professionellen Klang ist und wie du mit gezielter Schallabsorption die Präzision deiner Audio-Produktionen und die Sprachverständlichkeit in deinen Räumen spürbar steigerst.

Die Theorie: Was ist der Absorptionsgrad α?

Der Absorptionsgrad α (Alpha) ist die Maßeinheit für die Effektivität eines Akustikelements. Er ist ein Faktor und hat keine Maßeinheit, gilt also unabhängig von der Fläche des Absorbers und beschreibt das Verhältnis von eintreffender zu absorbierter Schallenergie auf einer Skala von 0 bis 1:

  • α = 0:  Vollständige Reflexion (der Schall wird wie von einer harten Betonwand komplett zurückgeworfen).
  • α = 1: Vollständige Absorption (die Schallenergie wird vollständig geschluckt).

Dieser Wert wird bei professionellen Akustiklösungen für verschiedene Frequenzbereiche angegeben. 

Ein Material kann beispielsweise bei hohen Frequenzen sehr gut Schall absorbieren (α = 1,0), aber in tieferen Frequenzen, im nur schwach oder gar nicht wirken. Diese frequenzabhängige Betrachtung ist eines der wichtigsten Kriterien bei der Planung von guter Raumakustik und Auswahl von Absorbern.

Das Risiko der schmalbandigen Absorption

Dünne Akustikelemente absorbieren physikalisch bedingt nur hohe Frequenzen. Wenn ein Raum also ausschließlich mit solchen Materialien ausgestattet wird, entzieht man ihm – subjektiv ausgedrückt – lediglich die Brillanz. Das heißt die hohen Frequenzen werden stark bedämpft, aber die Energie, also der Nachhall, in Mitten und Bässen bleibt unverändert. Das Ergebnis ist ein unnatürliches Klangbild, das gleichzeitig matt und aufdringlich wirkt und verlässliche Entscheidungen bei Mixing und Mastering stark erschwert.

Es ist vergleichbar mit der Akustik in normalen Räumen, in denen Teppich und Gardinen das Klangbild prägen. Mit zu dünnen Absorbern klingt es eben im besten Fall eher nach normalem Wohnraum als nach professionellem Tonstudio mit dauerhaften Lautstärken und Arbeitsweisen, die unbeeinträchtigtes Hören erforderlich machen.

Daher ist es immer ratsam, Profis zu Rate zu ziehen und geprüfte Akustikprodukte in die engere Auswahl zu nehmen.

Poröse Absorber: Energieumwandlung durch Reibung

Um Schall effektiv zu dämpfen, setzen wir bei HOFA-Akustik auf sogenannte poröse Absorber. Zur Einordnung: Ein poröser Absorber besteht aus offenporigem Material und – vereinfacht ausgedrückt – einem definierten Widerstand, der der Schallenergie entgegenwirkt und sie abbremst.

Trifft die Schallwelle auf den Absorber, müssen die Luftmoleküle durch die feinen Poren des Materials schwingen. Dabei entsteht Reibung, welche die Bewegungsenergie der Teilchen in Wärmeenergie umwandelt. 

Welche Frequenzen ein Absorber „bremsen“ kann, hängt von der Materialdicke ab. Nur eine ausreichende Dicke des Absorbers ermöglicht es, auch die größeren Wellenlängen tieferer Töne effektiv zu erfassen. 

Bild (Querschnitt) von Wand und Absorber mit eintreffendem Schall

Welche Frequenzen ein Absorber „bremsen“ kann, hängt von der Materialdicke ab. Nur eine ausreichende Dicke des Absorbers ermöglicht es, auch die größeren Wellenlängentieferer Töne effektiv zu erfassen.

Kleiner Ausflug in die Physik: Wellenlänge und Absorberdicke

Die Wellenlänge ist eine physikalische Eigenschaft des Schalls. Jede Frequenz hat ihre eigene Wellenlänge. Man kann sie errechnen aus Schallgeschwindigkeit geteilt durch die Frequenz, deren Wellenlänge man wissen will. Beispiele:
10.000 Hz hat eine Wellenlänge von 343 m/s / 10.000 Hz = 0,0343 m = 3,43 cm.
1.000 Hz hat eine Wellenlänge von 343 m/s / 1.000 Hz = 0,343 m = 34,3 cm.
100 Hz hat eine Wellenlänge von 343 m/s / 100 Hz = 3,43 m = 343 cm.

In der Theorie, also laut Lehrbuch, sollte ein Absorber eine Dicke von in etwa einem Viertel der Wellenlänge der tiefsten Frequenz haben, die man absorbieren will. Noch weiter ins Detail heruntergebrochen, hängt das mit dem Unterschied zwischen Schallschnelle und Schalldruck zusammen, aber das Überspringen wir in diesem Blogbeitrag aus Gründen der Vereinfachung.

Ein Viertel der Wellenlänge bedeutet, zum vollständigen Absorbieren von Schall mit einer Frequenz von 1.000 Hz müsste ein Absorber somit 0,343 m / 4 = 8,5 cm dick sein. Das gilt aber nur für Schall, der direkt von vorne kommt und genau einmal zurückreflektiert wird.

Außerhalb des Lehrbuchs, im echten Raum, geht es aber nicht um nahezu vollständiges Eliminieren von senkrecht eintreffender Schallenergie. Der Plan ist stattdessen, Schallenergie, die an der Wand oder an der Decke reflektiert wird, so zu reduzieren, dass sich die Balance an der Hörposition zwischen Direktschall aus den Lautsprechern und den Schallreflexionen so weit verbessert, dass man gut und sicher seiner Audio-Arbeit nachgehen kann und gleichzeitig die Nachhallzeit auf einen studiotauglichen Wert sinkt. 

Denn, zum einen legt der allermeiste Schall im Absorber eine längere Strecke zurück, als der Absorber dick ist, und nicht nur der Direktschall durchströmt den Absorber, sondern auch Schall, der bereits im Raum ein- oder mehrfach reflektiert wurde. Es ist also immer ratsam die Wirkung von Absorbern auf den Nachhall zu betrachten; so zu sagen auf Schall, der aus allen Richtungen kommt. 

Somit sind z.B. 10 cm dicke Absorber sehr gut geeignet, um breitbandig, also über einen sehr breiten Frequenzbereich den Klang im Raum zu verbessern. Ab 200 Hz aufwärts im Frequenzspektrum entfalten sie eine sehr gute Wirkung im Raum, obwohl das Viertel der Wellenlänge von 200 Hz eigentlich 343 m/s / 200 Hz / 4 = ca. 43 cm ist.

Als Beispiel kann hier der HOFA Absorber Natural dienen. Dieser ist 10 cm dick und zeigt in seiner akustischen Vermessung folgende Wirkung:

Übrigens: Ein Absorber muss nicht in kompletter Dicke gefüllt sein, sondern es geht bei der Dicke vorrangig darum, dass die Oberfläche des Absorbers weit genug von der schallharten Fläche dahinter entfernt ist. Vereinfacht gesagt, spielt es also keine Rolle, ob ein Absorber 10 cm dick ist, oder 5 cm dick und 5 cm Abstand dahinter hat. Aber diese Systematik ist nur begrenzt anwendbar. Ein 5 cm dicker Absorber wird nicht automatisch zum Bassabsorber, wenn man ihn 50 cm von der Wand oder von der Decke entfernt aufhängt. Dennoch kann man sich dieses Prinzip zu nutzen machen – beispielsweise bei unseren Akustiksegeln für Wand und Decke, die mit Wandabstand bzw. von der Decke abgehängt montiert werden können.

Noch ein klein wenig mehr Physik:

Die Wirkung von Absorbern hängt aber nicht nur von seiner Dicke ab. Hinzu kommen auch z.B. die sogenannte Porosität, die Dichte und der bereits erwähnte Widerstand, der der Schallenergie entgegenwirkt und diese abbremst. Ist der Widerstand zu niedrig oder zu hoch, wirkt der Absorber nicht effektiv. Das ist einer der wichtigsten Gründe, warum man den Bau von Akustikmodulen eher den Profis überlassen sollte.Zusammen gefasst bedeutet das alles also, dass ein professionelles Akustikmodul über ein möglichst breites Frequenzspektrum gleichmäßig arbeiten sollte. Das Ziel im Raum ist am Ende eine lineare Nachhallzeit über den gesamten hörbaren Frequenzbereich hinweg, damit der Raumklang natürlich bleibt. 

HOFA Absorber: Präzision für Studio & Office

Unsere klassischen HOFA Absorber (Studio-Line) sind exakt für diese Anforderungen entwickelt worden. Durch ihre Konstruktion wirken sie ab 200 Hz effektiv. Sie eliminieren störende Flatterechos und präzisieren die Ortbarkeit im Stereofeld, ohne das Klangbild dumpf wirken zu lassen.

Decken- und Wandsegel: Akustik und Design vereint

In Räumen, in denen Flexibilität und Optik eine große Rolle spielen, sind HOFA Deckensegel und Wandsegel (Style-Line) die ideale Wahl.

  • Deckensegel sind besonders effektiv, um vertikale Reflexionen an der Decke bzw. zwischen Boden und Decke zu kontrollieren – ein kritischer Punkt in fast jedem Raum.

Dank der zugehörigen Deckenbefestigungssets kann ein Deckenabstand eingestellt werden. Dadurch wird die Schallabsorptionswirkung noch breitbandiger.  

  • Wandsegel bieten großflächige, breitbandige Dämpfung in einem eleganten Design, das sich nahtlos in moderne Arbeitsumgebungen oder High-End-Studios integriert.

Mit den zugehörigen Wandbefestigungssets wird die Wirkung in tieferen Frequenzen durch den Montage-Abstand zur Wand zusätzlich verstärkt.

Das perfekte Duo: Absorber & Basstraps

Obwohl HOFA Absorber mit ihrer Dicke von 10 cm sehr breitbandig wirken, sollten sie bei hohen Ansprüchen an die Raumakustik mit HOFA Basstraps kombiniert werden:

  1. Absorber sowie Decken- und Wandsegel sorgen für Transparenz, klare Mitten und eine definierte Ortung.
  2. Basstraps werden z.B. in den Raumecken platziert, um das Bassfundament zu kontrollieren und die Auswirkungen von stehenden Wellen (Raummoden) zu reduzieren.

Erst durch diese abgestimmte Kombination entsteht eine kontrollierte akustische Umgebung, in der du dich beim Mixing, Mastering oder bei konzentrierter Büroarbeit voll auf das Wesentliche fokussieren kannst. 

Fazit: Akustik ganzheitlich denken

Gute Raumakustik ist kein Zufall, sondern das Ergebnis physikalisch sinnvoller Planung. Wer auf breitbandige Lösungen setzt, schafft eine verlässliche Arbeitsgrundlage. Unsere HOFA Module sind so aufeinander abgestimmt, dass sie sich gegenseitig ergänzen – für einen Klang, der in jedem Frequenzbereich überzeugt.

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